Historie

Der Zeitpunkt unserer Darstellung ist das Jahr 8 nach Christus. Diese Zeit fällt unter die Regentschaft von Kaiser Augustus, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der römischen Geschichte. Seine Regentschaft markiert das Ende der 500 Jahre alten Republik und den Übergang Roms zu einem Imperium.

Die Legio XIIII Gemina bestand selbst über mehrere Jahrhunderte. Unsere Darstellung ist deshalb nur eine Momentaufnahe in der langen Geschichte dieser Legion.

Kaiser Augustus

Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) wurde unter dem Namen Gaius Octavius geboren. Kurz bevor er 19 Jahre alt wurde, wurde sein Onkel, der berühmte Gaius Julius Caesar, ermordet. Caesar hatte seinen Neffen zum Erben bestimmt, sodass der junge Octavius zu dessen politischen Nachfolger wurde.

Dieses Erbe ist gewaltig: Die Römische Republik wurde seit etwa 100 Jahren von inneren Unruhen geplagt, bei denen sich die zunehmend besitzlosen Bauern gegen ihre Grundherren aufbegehrten. Diese Konflikte wurden wiederum von Politikern genutzt, um ihre eigne Karriere voran zu treiben. In diese Zeit fallen die (versuchten) Reformen der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus und auch der Aufstand des Spartakus. Immer wieder kam es zu Bürgerkriegen, wie zwischen Sulla und Marius und Caesar und Pompeius. Diese politischen Rivalitäten endeten regelmäßig erst dann, wenn einer der Widersacher getötet wurde. Rom verstand sich zwar noch als Republik, jedoch war es deutlich, dass mächtige Männer die Politik alleine bestimmten und mit Gewalt Fakten schufen.

Augustus erbte daher nicht nur den Namen seines Onkels, sondern auch die Rolle eines Politikers, der sich in einem, nach Außen zwar mächtigen, aber innerlich zerrütteten Roms zurecht finden musste.

Die ersten Jahre seiner Karriere verbrachte Gaius Octavius daher damit, sich gegen seine zahlreichen politischen Feinde zu behaupten. Dazu gehörten die Senatoren, die Caesar ermordet hatten und seinem Erben gegenüber misstrauisch waren. Ebenso erbte er die Rivalität seines Onkels mit der Familie des Pompeius.

Teils durch offenen Konflikt, teils durch politischen Scharfsinn, gelang es Gaius Octavius, seine Feinde zu besiegen und zu einem der mächtigsten Männer Roms zu werden. Sein letzter großer Widersacher war Marc Anton, welcher einst als engster Verbündeter Caesars galt. Dieser hatte sich in Ägypten mit Kleopatra verbündet und stritt mit Gaius Octavius um den Posten des unangefochten mächtigsten Mannes in Rom. Augustus gelang es aber, durch die Hilfe seines Freundes und begnadeten Feldherren Agrippas, auch Mark Anton und Kleopatra bei der Schlacht von Actium (31 v. Chr.) zu besiegen.

Agrippa

Für Gaius Octavius war nun der Weg frei, Rom nach seiner Vorstellung zu gestalten. Was folgte, war eine völlige Neuordnung Roms. Historiker sprechen daher nun nicht mehr von der Republik, sondern dem Imperium. Auch wenn viele Politische Institutionen, wie der Senat oder die gewählten politischen Ämter, erhalten blieben, lag die tatsächliche Macht Gesetze zu beschließen und Recht zu sprechen beim Kaiser. Die Verwaltung der Republik wurde aufgegeben und ein neuer, effizienterer Verwaltungsapparat geschaffen, an dessen Spitze der Kaiser stand.

27 v. Chr. wurde Gaius Octavius vom Senat der Ehrentitel Augustus verliehen, was als „der Erhabene“ übersetzt werden kann. Selbst lies er sich nicht mit diesem Titel ansprechen, sondern bezeichntete sich als princeps, den „ersten Bürger“. Damit stellte er sich nicht als Kaiser uns absoluter Machthaber dar, sondern wahrte den Schein des Fortbestehens der Republik.

Seine Reformen brachten Rom die erste Periode von Frieden seit über 100 Jahren. So bedauernswert aus moderner Sicht der Untergang einer Republik erscheint, verhinderte Augustus den Zerfall Roms und sicherte den Fortbestand des Reichs für weitere Jahrhunderte. Er gilt nicht nurt als der erste Kaiser Roms, sondern auch als bester. Nach ihm sollten nur noch wenige Kaiser auch annährend erfolgreich darin sein, Frieden und Wohlstand zu sichern und durch lange Regentschaften die Stabilität des Reichs zu gewährleisten.

Geschichte der Legio XIIII Gemina

Unsere Darstellung beschränkt sich auf die Zeit des frühen Prinzipats, als die Legio XIIII in Mogontiacum, heute Mainz, stationiert war. Über die Jahrhunderte ihres Wirkens wurde die Legion aber vielerorts eingesetzt.

Für unsere Darstellungszeit korrekt ist auch die Schreibweise der 14 als XIIII. Auch wenn dies oft zuerst für Verwunderung sorgt und wir nicht selten ein „Entschuldigung, aber die 14 schreibt man doch XIV!“ zu hören bekommen, ist diese Schreibweise richtig. In der Antike wurde die Ziffer 4 mit vier Strichen geschrieben. So sind auch die nummerierten Eingänge des Kolosseums durchgehend mit IIII, XIIII, XXIIII, etc. beschriftet. Erst ab etwa 70 n. Chr. beginnen die Römer, die uns heute bekannte Schreibweise zu verwenden.

Die Anfänge

Die 14. Legion ist eine der 28 augustäischen Legionen. Sie wurde vermutlich 57 v. Chr. von Gaius Julius Caesar in Nortitalien aufgestellt, um bei der Eroberung Galliens zu dienen (siehe Abbildung rechts). Ihr heraldisches Erkennungszeichen ist der Mainzer Capricornus, ein Steinbock, der oft mit einer Schwanzflosse dargestellt wird. Vermutlich in den 20er Jahren des 1. Jh. v. Chr. wurde die 14. Legion mit aufgelösten Truppen des Marc Anton zusammengelegt und erhielt deshalb den Namenszusatz Gemina („Zwilling“).

28 v. Chr bis 15 v. Chr. war die Legion in Aquitanien. der heutigen Bretagne, stationiert, bevor sie nach Mainz verlegt wurde. Dort sicherte sie die Rheingrenze zu Germanien, wo sie unter dem Felkdherrn Drusus an der Großoffensive gegen den germanischen Stamm der Chatten (12 v. Chr. bis 9 v. Chr.) teilnahm. Der Vorstoß nach Germanien kommt in Folge des Todes von Drusus zum Erliegen. Ihm zu Ehren errichteten die Soldaten in Mainz ein Leergrab, welches heute noch erhalten ist.

Als 9 n. Chr. die furchtbare Nachricht der clades variana (Varusschlacht) in Mainz eintrifft, unternimmt die 14. Legion Eilmärsche Richtung Nordwestdeutschland. Es gelingt ihr zwar noch aufständische Germanenstämme im Kölner Raum zu befrieden, für Varus und seine drei Legionen kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

Die Legion ist ihrem Kaiser Augustus derart treu, dass sie nach seinem Tod zunächst den Treueeid auf seinen Nachfolger Tiberius verweigerte.

Kriegerisch und Siegreich

Im Jahre 43 n. Chr. marschiert die Legio XIIII Gemina auf Befehl des Kaisers Claudius nach Britannien, um die Kontrolle Roms über die Insel zu sichern.

Zu besonderer Beachtung gelangte die Legion durch die Niederschlagung des Aufstands der Boudicca (60 -61 n. Chr.). Die britannische Königin (siehe Abbildung links) des Stammes der Icener versuchte sich der römischen Herrschaft zu entledigen und rebellierte gegen die zahlenmäßig deutlich unterlegenen Legionen. Die 14. Legion spielte bei der Niederschlagung die zentrale Rolle, sodass ihr die fortgesetzte Herrschaft Roms über Britannien zu verdanken ist. Dafür wurde der Legion der Beinahme Martia Victix, „Kriegerisch und Siegreich“ verliehen.

69 n. Chr., dem sogenannten Vierkaiserjahr, unterstützte die Legion den Kaiser Otho, welcher aber von Vitellius geschlagen wurde. 89 n. Chr. unterstütze sie den Stadthalter Saturninus, welcher sich erfolglos gegen den Kaiser Domitian auflehnte. Domitian lässt deshalb nahezu alle Offiziere der 14. Legion hinrichten und verlegt sie kurz darauf nach Panonien, ins heutige Ungarn. Während der beider Daker-Kriege (81-96 n. Chr. und 98-117 n. Chr.) ist die Vierzehnte mit 10 weiteren Legionen zur Sicherung der Donau eingesetzt. Römische Pioniere sollen dort 105 n. Chr. eine Donaubrücke von einem Kilometer Länge errichtet haben. Auch hier tut sich die 14. Legion durch besondere Tapferkeit und Zähigkeit hervor. Die nächsten 300 Jahre bleibt sie in Carnuntum bei Wien stationiert

Das Auflösung

Im 3. Jh. n. Chr. verfiel Rom in eine Tiefe Kriese. Neben einer enormen Inflation, ständiger Bedrohung durch die Germanen und Parther und zahlreicher Käpfe um den Kaiserthron mit sich rasch ablösenden Kaisern, versuchten auch große Teile des Reichs sich abzuspalten. Erst unter Kaiser Aurelian (214-275 n. Chr.) konnte die Einheit des Reichs wieder hergestellt werden, indem er Gallien erneut unterwarf und Zenobia (siehe Abbildung) in Palmyra bezwang.

Rom sollte sich nie völlig von dieser Kriese erholen. Als die Hunnen 430 n. Chr. einfallen, bricht die Donaugrenze zusammen. In Folge wird auch die unterversogrte, schlecht ausgestattete und personell geschwächte Legio XIIII Gemina aufgelöst.